Diskussionsforum
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Einladung zur Diskussion
Mit dem Themenschwerpunkt "Brückenfach
Geographie?" in ihrem neuen Heft hat die geographische revue eine neu
entflammte Diskussion aufgegriffen und versucht, die
disziplinhistorische und wissenschaftstheoretische Bedeutung des Themas
erneut auszuloten.
Die Autoren Barbara Zahnen, Peter Dirksmeier und
Peter Weichhart stellen ihre Überlegungen dazu auf der
Internetseite der geographischen revue in komprimierter und knapper
Form den Lesern zur Diskussion. Ihre Thesen bieten dabei reichlich
Stoff zur anregenden Debatte. Die Texte liegen jeweils im PDF-Format
vor.
Diskutieren kann man etwa Barbara Zahnens
Versuch, mit einem Rückgriff auf hermeneutische und
phänomenologische Positionen ein Modell der
Geographizität zu entwickeln, das der realweltlichen
"Schnittstellenproblematik" etwa von Naturrisiken dadurch zu
entsprechen versucht, dass es eine physisch- und anthropogeographisch
gleichermaßen nutzbare Begrifflichkeit entwickelt. (download)
Auch Peter
Dirksmeiers Plädoyer für eine Einheit der
Geographie versucht dieses Ziel über die Einführung
eines zentrierenden Begriffs zu erreichen; dies geschieht nicht (mehr)
über den traditionellen Begriff des "Raums", sondern
über den der "Komplexität". Dieser wird, ausgehend
von einer Interpretation Luhmannscher Systemtheorie, als theoretische
Brücke zwischen Human- und Physiogeographie aufgefasst. (download)
Anders als Zahnen und Dirksmeier weist Peter Weichhart die
Notwendigkeit einer Integration etwa von Physischer Geographie und
Anthropogeographie zurück. Vielmehr postuliert er eine
einheitliche Ontologie der Welt, der eine duale Wissenschaftskonzeption
gegenüberzustellen als unangebracht anzusehen sei. Statt
dessen sei es die Aufgabe der Geographie, sich der Ontologie der
Wechselwirkungen von Sinn und Materie zu widmen, was die alten
Gegenüberstellungen der Geographie obsolet mache. Daher
bedürfe es auch keines Selbstverständnisses als
"Brückenfach". (download)
Wir wünschen eine angeregte und anregende
Diskussion.
Die Redaktion
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